Die vier Kameraleute mussten an manchen Drehtagen zwischen acht und 12 Stunden am Felsen verbringen, der Sonne und den gefährlichen Windböen ausgesetzt, die sich im gigantischen Talwindsystem des Yosemite Valley bilden. Gefragt waren Kameraleute, die auch unter diesen Bedingungen Höchstleistungen vollbringen können, die mit all ihrem Equipment in solche Positionen klettern und sich selbst mit 600 Meter Luft unter sich noch wohl fühlen, die frei im Seil hängend nach den besten Kameraperspektiven suchen. "Die Leistung der Kameraleute ist nicht weniger hoch einzuschätzen als die Leistung der beiden Brüder, die sie gefilmt haben", so Pepe Danquart. Und er fügt an: "Die Realisation des Films war manchmal auf einer ähnlich kritischen Kante wie das Klettern selbst."
"Ich habe die ganze Wand durchinszeniert", erzählt Pepe Danquart. Jede Kameraposition hat Danquart berechnet, jede Bewegung vorweggenommen. Und einen exakten Drehplan sogar für den so genannten "King Swing" aufgestellt, bei dem die Kletterer 20 bis 30 Meter durch die Luft pendeln. "Neben der Route, die die Huberbuam geklettert sind, haben wir zusätzlich drei bis vier Kilometer Seil für die Kameraleute als Absicherung angebracht. Das ganze Team war über Ansteckmikrophone und Funkkontakt verbunden." Rund zehn Leute sind ständig in der Wand gewesen. Mehr als 30 weitere standen oben am Abgrund, um zu assistieren. "Und ich habe unten mit dem Fernglas alles zu dirigieren versucht."
Auf diese Weise entstanden Aufnahmen, die es in dieser Form noch nicht zu sehen gab: Atemberaubende Einstellungen, bei denen wohl so manchem Kinogänger erst richtig bewusst wird, was es heißt, Höhenangst zu haben. Alexander Huber war, nachdem er die ersten Bilder des Films gesehen hatte, so begeistert, dass er meinte: "Das wird den Bergfilm revolutionieren."


