Thomas und Alexander Huber gehören zu den besten Bergsteigern unserer Zeit. Seit etlichen Jahren beweisen sie ihr Können durch spektakuläre Erst-, Speed- und Free Solo-Begehungen. Im alltäglichen Leben gehen die beiden aber eigene Wege und verfolgen individuelle Ziele. Dabei ist jeder für sich, Konkurrenz ist im Spiel, Eifersucht spürbar. Dominanz und Abhängigkeit auch. Dazu gehört auch ein egoistisches Sich-Behaupten - auch und gerade gegen den Bruder, um im nächsten Augenblick aber wieder gemeinsam in die extremsten Felswände mit ihm zu klettern und dem Bruder das eigene Leben anzuvertrauen.

THOMAS Huber ist vordergründig die Antipode seines Bruders. Zwei Jahre früher geboren, trägt er die Last des Älteren. Ein schnell zu begeisternder Träumer, idealistisch, ein wenig chaotisch und planlos erscheinend, voller staunender Neugier, nicht phlegmatisch, aber doch mit dieser Laissez-faire-Mentalität ausgestattet, die seinem Bruder auf den ersten Blick nicht vergönnt ist. Er spielt in der Rockband "Plastic Surgery Disaster" und träumt vom Fliegen. Mit seiner Frau Marion und seinen beiden Söhnen Elias und Amadeus lebt er heute in Berchtesgaden.

ALEXANDER Huber hatte von früher Kindheit an Spaß am "Berggehen". Mit 12 Jahren stand er auf seinem ersten Viertausender. Im Jahr 1968 geboren, ist er von den beiden Brüdern der Pragmatiker mit der phänomenalen Geduld. Als diplomierter Physiker ist er zugleich der analytische Planer, der Rationalist, der seine Ziele mit einer kaum zu überbietenden Hartnäckigkeit verfolgt. Und schließlich ist Alexander Huber geprüfter Berg- und Skiführer und seit 1995 Profi. Er lebt in Traunstein.

Reinhold Messner, der seinen Bruder am Berg verlor, schreibt über die beiden:
"Sie sind Grenzgänger im Lebensgefühl. Sie tun es ungeschminkt. Und sie sind in eine neue Dimension des Kletterns vorgedrungen. Nicht nur im Fels. Auch im Karakorum und Himalaja. Trotzdem sind sie selbstkritisch, sie sprechen offen über ihre brüderliche Rivalität, Gefahr und Leadership. Selbst in der Seilschaft mit Brüdern groß geworden (Günther, Siegfried, Hubert), weiß ich, wie schwierig es ist, offen zu sagen, welche Emotionen uns leiten."